2. Offener Brief zur Darstellung der Tätigkeit von Betriebsräten in der Öffentlichkeit

08. Oktober 2009

An die Redakteurinnen und Redakteure,
An die Chefredakteurinnen und Chefredakteure,

Sehr geehrte Damen und Herren,

angesichts der Firmenpleiten und Kurzarbeitsregelungen, über die sie in den letzten Monaten berichtet haben, ist aufgefallen, wie wichtig eine kompetente Interessenvertretung in den Betrieben für die Beschäftigten ist. In Krisenzeiten kommt der Arbeit von Betriebsräten eine besondere Bedeutung zu, wird ihre Tätigkeit medial sichtbar. Es geht schließlich um nicht weniger als die Sicherung von Beschäftigung bzw. um die Verhinderung von Entlassungen, gesundheitlichen Gefährdungen und die Sicherstellung humaner Arbeitsbedingungen. Hier wurde von vielen Betriebsratsgremien in den vergangenen Monaten hervorragende und gesellschaftlich stützende Arbeit geleistet. Und dies häufig gegen Widerstände von Unternehmern und ohne gute Unterstützung der Gewerkschaften.

Betriebsrat – aus dem Alltag eines Ehrenamts
Die alltägliche Arbeit von Betriebsräten bleibt hingegen viel zu häufig unbeachtet. Denn egal ob bei Personalbemessungs- und -besetzungsfragen, der Ausgestaltung von Arbeitszeiten, Gleichstellungspolitiken oder Weiterbildugsanspruch und -verfahren, in allen unternehmerischen Entscheidungen haben Betriebsräte gesetzlich verankerte Mitbestimmungs-/Mitwirkungsrechte. Sie reichen vom Anspruch auf Information, über Beratung, bis zu Veto- oder vollen Mitbestimmungsrechten zur Umsetzung des Sozialstaatsprinzips im Betrieb.

Vorurteile und Geringschätzungen
Leider hält sich hartnäckig das Vorurteil, die Wahl zum Betriebsrat diene als Karrieresprungbrett oder werde aufgrund des Kündigungsschutzes angestrebt. Das Engagement, das viele Betriebsratmitglieder an den Tag legen um für die Interessen ihrer Belegschaft einzutreten, indem sie sich mit Vorgesetzten und Arbeitgeber „anlegen", erfährt viel zu selten Wertschätzung. Und wenn, dann werden zumeist nur so genannte „Betriebsrats-Chefs“ wahrgenommen, andere Gremienmitglieder bleiben unsichtbar.

Betriebsratswahlen 2010
Wir werben deshalb dafür, dass das Ehrenamt Betriebsrat auch die mediale Aufmerksamkeit erfährt, die seiner zentralen Rolle in unserer Wirtschaftsordnung gerecht wird. Alle vier Jahre werden neue Gremien gewählt. Grundsätzlich kann in allen Betrieben mit mindestens fünf Beschäftigten ein Betriebsrat gewählt werden. Momentan ist laut Böckler-Stiftung nur rund die Hälfte aller Arbeitnehmer/-innen in Deutschland durch einen Betriebsrat vertreten.

Ihnen kommt die Rolle zu, auf die vom 01.03. bis 31.05.2010 anstehenden regelmäßigen Betriebsratswahlen aufmerksam zu machen. Berichten Sie bitte über die Wahlen zum Betriebsrat und über dessen Tätigkeit und unterstützen Sie so ein gesellschaftlich bedeutendes Ehrenamt.

Falls Sie noch Fragen haben, mailen Sie uns unter info@praxis-fortbildung.de. Besuchen sie uns auf unserer Homepage, abonnieren Sie dort unseren Infobrief, twittern Sie mit uns oder besuchen Sie unseren Kooperationspartner Arbeit im Gleichgewicht.

 

Mit freundlichen Grüßen


Manfred Horn

 

 

PRAXIS-Fortbildung und Beratung
für Betriebsräte und Personalräte
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